Wie die Müllers das neue Jahrzehnt begrüßen.
31. Dec. 2009 von Toan Nguyen
Im Großen und Ganzen war 2009 eigentlich ein gutes Jahr, resümiert Claudia, die gerade das Wohnzimmer dekoriert, während Thomas den Raclettegrill aus dem Keller holt (65% geben an, 2009 sei ein gutes Jahr gewesen, auch wenn 62% keine Verbesserung in 2010 erwarten).
Zwar hatten die beiden keine Vorsätze für 2009 (wie 57% der Deutschen auch), aber für Thomas könnte das neue Jahr ruhig etwas stressfreier werden (mit 59 % Platz 1 der häufigsten Vorsätze) und Claudia wünscht sich mehr Zeit für Freunde und Familie (51% Platz 2).
Aus diesem Grund hat sie Thomas überredet, zwei befreundete Ehepaare zu Silvester einzuladen, die sie schon länger nicht mehr gesehen haben. Wenn sich Claudia recht erinnert, ist das die erste Party in ihrer Wohnung seit langem.
Jan ist das eindeutig zu langweilig. Er feiert lieber zusammen mit seiner Clique. Seine Freundin Anna ist natürlich auch dabei, denn den Jahreswechsel will er unbedingt mit ihr zusammen erleben.
Für Thomas und Claudia ist das kein Problem, sie vertrauen ihrem Sohn (80% der Jugendlichen genießen das Vertrauen ihrer Eltern). Claudia lässt es sich dennoch nicht nehmen, Jan auf die Gefahren von Knallkörpern hinzuweisen. Erst letztens hat sie wieder einen Bericht auf RTL gesehen…
Doch Jan ist vorsichtig und hat nur deutsche Markenware von Weco (Marktführer) gekauft. Darauf hat auch Thomas geachtet, der insgesamt 25 Euro für die Feuerwerkskörper bezahlt hat. Den Großteil überlässt er Jan, aber für sich behält er eine symbolische Rakete und für Claudia eine goldene Fontäne, die ihr bestimmt sehr gut gefällt.
Auch wenn die Müllers dieses Jahr nicht zusammen feiern, so sitzen sie zumindest um 18.50 Uhr gemeinsam vorm Fernseher. Denn dann läuft Dinner for One im WDR. Dieser Klassiker gehört einfach jedes Jahr dazu, das findet auch Jan (bis zu 18,6 Millionen Zuschauer schauen jährlich Dinner for One).
Kurz vor 20 Uhr macht sich Jan auf den Weg zu seiner Party und der Besuch steht auch schon vor der Tür. Thomas und Claudia freuen sich auf einen entspannten Abend mit Freunden. Nach dem Essen werden sich alle gemütlich auf den Weg machen um das Feuerwerk von der Deutzer Brücke aus zu bestaunen. Thomas findet es dort zwar jedes Jahr zu voll, aber das Panorama entschädigt ihn dann doch. Spätestens jetzt wird auch die Flasche Rotkäppchen Sekt (Marktführer) geköpft, die Thomas schon vor ein paar Tagen kaltgestellt hat.
Wir wünschen den Müllers ein überdurchschnittlich frohes Neues Jahr 2010!
Quellen: Politbarometer, Forsa, statista.de, Bravo Studie, Wozibasispaket, Allianz, ZDF.
(Foto: ddp)
Umweltschutz beginnt im Geldbeutel.
30. Nov. 2009 von Toan Nguyen
„Der Klimawandel macht uns Angst“
Obwohl das Thema schon seit langer Zeit von der Finanzkrise überschattet wird, sorgen sich Claudia und Thomas weiterhin um die Umwelt und die Probleme, die der Klimawandel mit sich mitbringt. Erst neulich haben sie sich wieder über das Thema unterhalten. Claudia war schockiert, da sie eine Reportage über das Töten und Sterben von Robbenbabys gesehen hatte. „Die tun mir so leid – denen muss man doch irgendwie helfen können … “. Thomas vertritt da eine andere Meinung: „Da kannst du als einzelne Person gar nichts machen. Unser Verhalten ändert doch nichts (30%). Die Regierung, die großen Firmen und die Industrie – die müssten als erstes etwas dagegen unternehmen (42%).
„Also ich glaube nicht, dass wir hier in Deutschland groß was machen können, um diese Probleme zu lösen (finden 62%, Quelle: BMU). Die größten Umweltverschmutzer sind doch die Amerikaner. Die müssen endlich mal was ändern!“
„Für die Umwelt tun wir nur dann etwas, wenn wir auch selbst ein wenig davon profitieren“
Wie 87% der Deutschen trennen auch die Müllers ihren Hausmüll. Thomas und Claudia finden, dass sie damit einen Beitrag für die Umwelt leisten. Außerdem achten sie in letzter Zeit vermehrt darauf Energie und Wasser zu sparen (79% und 72%). Das heißt: Es werden nur noch Energiesparlampen gekauft und der Wasserhahn bleibt beim Einseifen konsequent aus. Aber auch um die Brötchen zu besorgen, nutzt Claudia nicht länger das Auto, sondern geht zu Fuß. Ein bisschen Bewegung schadet ja nicht. Sie wollte sowieso abnehmen (geringere Nutzung des Autos, 34%). Bei aller Umweltliebe geht es jedoch immer wieder um den eigenen Geldbeutel. Die meisten Deutschen tun nämlich nur dann etwas, wenn es auch dem eigenen Geldbeutel dient. Einen viel zu teuren Toyota Prius etwa oder einen aufwendigen Umbau des Familienwagens auf Biokraftstoff würden auch die Müllers nie in Betracht ziehen.

Quelle: Interviews mit den Wozi Familien.
Ein Hauch von Weltpolitik. Die Müllers im Sommerurlaub 2007.
13. Jul. 2007 von Toan Nguyen
Es ist Urlaubszeit und die Müllers fahren auch dieses Jahr nach Mecklenburg Vorpommern. Diesmal haben sie sich sogar bei Amazon einen Reiseführer bestellt. Doch es muss nicht wieder Usedom sein, die Insel kennen sie inzwischen fast auswendig. Der G8-Gipfel hat ihr Interesse geweckt, daher schlagen sie diesen Sommer ihr Lager in einer Pension in Kühlungsborn auf – ganz um die Ecke vom mittlerweile prominenten Heiligendamm. Dort mieten sie sich für 11 Tage von Mittwoch, den 25.7., bis zum Samstag, den 4.8.07, ein Appartement in einer netten Pension, da Jan am 8. August wieder zur Schule muss. Claudia hat darauf bestanden, am Sonntag zuhause zu sein, damit Jan sich in Ruhe auf den Schulstart vorbereiten kann.
Thomas hat alles Nötige für den Urlaub im Internet recherchiert und dann kurz bei der Pension Sailor’s Inn durchgerufen, wo er für zehn Nächte 980 Euro bezahlen muss.
Insgesamt lassen sich die Müllers ihren Urlaub etwas mehr als 1800 Euro kosten. In zwei Wochen werden sie sich mit ihrem Auto aufmachen, um die schönsten Tage im Jahr beim Entspannen oder Meerbaden zu verbringen. Claudia freut sich darauf, viel Zeit füreinander zu haben und mal einen Mecklenburger Pflaumenbraten mit Rotkohl und Salzkartoffeln zu genießen.
Und sicher steht auch mal ein Ausflug in einen Freizeitpark oder ins benachbarte Heiligendamm an: Darauf sind Thomas und Jan schon ganz gespannt und wenn Claudia ehrlich ist, dann möchte auch sie mal sehen, wie denn die High Society so getagt hat.
Quellen: ADAC, ADAC Reisemonitor 2007, Europ Assistance Urlaubsbarometer 2007, F.U.R. Reiseanalyse 2007, Statistisches Landesamt Mecklenburg-Vorpommern
Das Wohnzimmer geht online.
25. Jun. 2007 von Toan Nguyen
Die Müllers bekommen einen Internetanschluss.
Nachdem die Müllers lange Zeit zuhause auf Internet verzichten konnten und Thomas stattdessen an seinem Arbeitsplatz online ging, haben sich die beiden bereits Ende letzten Jahres dazu entschlossen, dass sie auch zuhause einen eigenen Anschluss brauchen. Den Ausschlag hatte damals die Urlaubsrecherche gegeben: Um die Kontaktdaten des Vermieters für die Usedomer Ferienwohnung raus zu finden, hatte Thomas bis dato bei der Arbeit einfach losgegoogelt. Das war eigentlich kein Problem, aber in Zukunft möchte er so etwas gerne zusammen mit Claudia machen – zumal die sowieso immer nörgelt, falls er etwas alleine entscheidet. Außerdem war die alte Computerecke ein ziemliches Trauerspiel: Bisher stand ihr in die Jahre gekommener Rechner in einer kleinen Ecke im Flur und führte ein Nischendasein, obwohl gerade Thomas schon länger ziemlich viel Zeit daran verbringt. Seine Computerecke war allerdings nie so richtig über den Zustand eines Provisoriums hinaus gekommen: kein richtiger Computertisch, ein S/W-Drucker und außerdem keine Möglichkeit online zu gehen. Dazu der ganze Krempel (Druckerpapier, Rohlinge, ein alter, kaputter Joystick), der Claudia länger ein Dorn im Auge war. Im Zuge der Renovierung hat Thomas jetzt auch mal seinen Willen durchgesetzt.
Während Claudia das Wohnzimmer schon lange als „ihr Reich“ betrachtet, kam er sich dort immer ein wenig zu kurz gekommen vor (auch wenn er insgeheim natürlich total froh ist, dass sie sich um alles kümmert). Eine eigene Männer-Ecke hat ihm schon immer ein wenig gefehlt. Das wird sich jetzt ändern. Nachdem im Frühjahr Hand angelegt und ordentlich renoviert wurde, wird der neugewonnene Platz jetzt von Thomas in Anspruch genommen. Natürlich ist der Rechner für alle da – aber vor allem für Thomas, ist es ein ganz persönliches Territorium. Hier kann er nicht nur Alltagskram erledigen (Korrespondenz mit Firmen und Behörden, Bücher zu Claudia Geburtstag bestellen, Urlaubsinfos raussuchen), sondern auch gemütlich seinen Hobbies nachgehen (Fußball, Formel 1, Familienfotos).
Zwar spielt Thomas eigentlich nie an seinem Computer (höchstens ganz selten mal mit einem der Standard-Microsoft-Spiele), aber einige seiner Freunde sind Freizeitspieler, die hin und wieder zur Zerstreuung “daddeln”. Von daher kennt Thomas bereits das eine oder andere Spiel und kann sich vorstellen, selbst in Zukunft mal öfter zum Joypad zu greifen. Zumal sein Sohn Jan auch seit einigen Jahren regelmäßig Computer spielt und schon ein kleiner Profi ist (weit mehr als die Hälfte der deutschen Jugendlichen spielt regelmäßig und bezeichnet sich als „Fortgeschritten“). Auf dem neuen Computer werden Thomas und Jan also voraussichtlich hin und wieder auch gemeinsam Fun- und Sportspiele spielen. Für komplexe Spielszenarien fehlt Thomas dagegen die Zeit und die Muße – nach Feierabend will er nicht auch noch zuhause geistige Anstrengung. Zur Zeit ist er gerade dabei, den neuen „Arbeitsplatz“ einzurichten: Mit kleinen, persönlichen Erinnerungsstücken und Accessoires: Sportpokale, Modellautos, sowie Ausdrücke seines Fan-Seins (Schumi & FC Köln). Das ganze sieht Claudia natürlich mit gemischten Gefühlen, aber der Einzug des PC hat auch Vorteile: Das alte Sideboard konnte endlich (!) gegen ein neues von IKEA ausgetauscht werden. Dazu passt auch der neue Computertisch optisch perfekt, auf dem man außerdem all die Teile des Computers vernünftig und ordentlich unterbringen kann; ohne das ganze Gemülle. So wird aus der Ecke am Fenster (die immer schon ein wenig trist aussah) jetzt ein richtig nützlicher Platz.
Hier findet der „Deutschland“-PC seinen Platz.
Der neue Computer ist eigentlich gar nicht neu. Denn den „Deutschland“-PC von Fujitsu-Siemens hatte sich ein Kollege von Thomas schon vor drei Jahren gekauft. Da dieser aber schon wieder einen neuen Rechner wollte, hat Thomas die Chance genutzt und das gebraucht Stück übernommen. Der PC kann ja auch alles, was Thomas so braucht – und noch ein bisschen mehr: Ein Intel-Pentium-Prozessor, DVD-Laufwerk inkl. Brenner und aller Programme, die das Herz begehrt (XP Home Edition mit Works Suite 2003). Auch der Drucker ist super: der Deskjet 5940 von Hewlett Packard kann sogar die Familienfotos ausdrucken. Seinen alten Monitor hat er erstmal behalten: einen Fujitsu X192 Röhrenmonitor, 19 Zoll mit Sony Trinitron Röhre.
Auf geht’s in Netz.
Thomas findet, dass mit dem neuen DSL-Anschluss das Surfen im Internet eine ganz neue Qualität bekommt. Keine ewigen Ladezeiten, wie er es von einigen der alten Rechnergurken im Büro kennt, sondern ratz-fatz die Sachen, die man sucht. Und es gibt einiges zu tun: Neben aktuellen Nachrichten und Sportergebnissen beschäftigt Thomas zur Zeit vor allem das Thema Sommerurlaub: Es geht wohl wieder nach MeckPomm dieses Jahr… aber wohin genau? Im Internet lassen sich Ferienorte und mögliche Pensionen super raussuchen und vergleichen. Auf Claudias Drängen hat er auch gleich bei Amazon einen Reiseführer MeckPomm bestellt… toll, wie einfach das heute geht. Und als er gerade dabei war, hat er auch gleich mal neue Handys angeguckt (sein Vertrag läuft nämlich bald aus und er kann sich bei Verlängerung ein neues Modell aussuchen).
Claudia kann bisher nicht sonderlich viel mit dem neuen Rechner anfangen. Klar war sie auch schon ein paar Mal im Internet – sie ist ja nicht von vorgestern. Aber was Thomas und Jan da alles machen, interessiert sie nicht so. Außer vielleicht, was Thomas hin und wieder abends lange vor dem Rechner treibt. Auch die Tatsache, dass jetzt nebenbei “gesurft” wird, während sie in Ruhe ihre Vorabendserie guckt, ist gewöhnungsbedürftig. Eigentlich hatten sie sich doch vorgenommen, mehr zusammen zu unternehmen und nun sitzt doch wieder einer vor dem PC und einer vor dem Fernseher.
Aber z.B. für die Urlaubsplanung ist der neue Internetanschluss schon super: Nicht nur, dass man gleich Fotos von Urlaubsorten und Pensionen begutachten kann. Auch über die Geschichte der Kaiserbäder hat sie sich bei Wikipedia schlau gemacht. Und sie hat auch gleich mal die Wetteraussichten für die Ostsee überprüft, obwohl es noch eine ganze Weile dauert bis zum Sommerurlaub.
(Quellen: Spielplatz Deutschland, Internet Facts 2006, AWA, ACTA, VA, TdWi, Wohnen & Leben 6, CHIP Online, Zeitschrift „Das Haus“, Google, Lycos, AGOF, SirValUse, Typologie der Wünsche)
Silvester im Hause Müller.
29. Dec. 2006 von Toan Nguyen
Am Silvesterabend sind die Müllers bei einer befreundeten Familie zum Abendessen und gemütlichem Beisammensein eingeladen. Auch Jan ist dabei, da er noch zu jung ist, um schon alleine mit Freunden feiern gehen zu dürfen.
Der Abend beginnt mit einem ausführlichen Raclette-Essen im Wohnzimmer. Nachdem man noch eine ganze Weile in Gesprächen vertieft ist, wird gemeinsam Blei gegossen. Um 22.30 Uhr sitzen dann alle vor dem Fernseher, um sich „Dinner for One“ im WDR anzuschauen. Dazu werden als typisches Silvestergebäck Berliner gereicht.
Kurz nach elf Uhr verlassen alle gemeinsam das Haus, um sich in Richtung Kölner Innenstadt aufzumachen. Ziel ist die Deutzer Brücke, die traditionell für die Feiernden gesperrt ist, und wo die Müllers mit ihren Freunden das Feuerwerk anschauen wollen. Auch Claudia, Thomas und Jan haben ein paar Raketen und Böller dabei. Schon am 30. Dezember haben sie die Pyrotechnik im Wert von 25 Euro besorgt.
Dieses Jahr hält sich Claudia beim Abfeuern der Raketen nicht im Hintergrund, sondern greift selbst zum Feuerzeug. Zum Abschluss wird noch die mitgebrachte Flasche Rotkäppchen Sekt geöffnet und alle stoßen auf das neue Jahr an. Und sogar Jan darf ein eigenes Glas zum Anstoßen haben.
Weihnachten bei den Müllers.
20. Dec. 2006 von Toan Nguyen
Besinnliche Adventszeit.
Weihnachten steht bei den Müllers unmerklich vor der Tür. Überall wo Claudia, Thomas und Jan hinschauen, beginnen die ersten Vorbereitungen auf die stimmungsvolle und gemütliche Jahreszeit.
Besonders Claudia freut sich auf den familiären Höhepunkt des Jahres, aber auch Thomas schätzt die gemütliche Zeit im Kreise seiner Lieben und die festliche Atmosphäre auf den Straßen von Köln. Vor allem der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt macht Claudia und Thomas Spaß und wird als Gelegenheit genutzt, mit Freunden zusammen zu sein.
Weihnachten hält Einzug.
Schon heute sieht es im Wohnzimmer der Müllers festlich aus. Claudia hat noch rechtzeitig vor dem ersten Advent einen schönen Adventskranz besorgt: Klassisch gehalten mit weißen Kerzen und roten Schleifen. Besorgt hat sie ihn in einem Blumenfachgeschäft. Auch das Fenster wird mit einem klassischen weißem Lichterdreieck dekoriert, das bereits die letzten Jahre zum Einsatz gekommen ist. Abgerundet wird das Ganze durch die vorweihnachtliche Pflanze Nr.1, den roten Weihnachtsstern, und vielen kleinen Deko-Artikeln, die Claudia liebevoll arrangiert hat. Den obligatorischen Adventskalender gibt es auch bei den Müllers, er hängt in der Küche. Zu jedem Adventssonntag – aber nicht nur – werden die Müllers gemütlich zusammensitzen und Weihnachtsgebäck wie Printen, Lebkuchen und Kekse essen. Am ersten Adventsonntag hat Claudia letztere selbst gebacken und verziert, wie sie es schon seit Jahren macht. Im Schrank stehen neben den selbstgebackenen auch die gekauften Weihnachtskekse von „Comtessa“ und „Akora Lebkuchenherzen Vollmilch“ von Bahlsen. Die weihnachtliche Völlerei hat bereits begonnen, wird aber nicht so schlimm enden, wie oft befürchtet: Entgegen der Sorgen von Claudia werden die Naschereien am Ende des Jahres gerade mal mit 370g Mehrgewicht auf der Waage vermerkt werden.
Geben ist seliger denn nehmen.
Auch wenn Geschenke erst auf Rang drei der Prioritätenliste stehen, verursachen sie doch den meisten Stress. Claudia und Thomas finden die Kaufhäuser viel zu voll, sodass sie den Einkauf eigentlich nicht genießen können. Daran führt jedoch kein Weg vorbei. Gefühlt ist auch alles wieder teurer geworden: Irgendwie sind die Müllers dann doch der Meinung, sie hätten dieses Jahr weniger Geld zur Verfügung. Allerdings werden deshalb nicht zwangsläufig sparsamer damit umgehen. In absoluten Zahlen werden die Weihnachtsausgaben im Schnitt insgesamt 435 Euro betragen. Davon werden insgesamt 287 Euro in Geschenke investiert, während der Rest für Essen und Accessoires ausgegeben wird. Erdacht und gekauft werden die Geschenke meist auf den letzten Drücker. Dabei wird Jan von seinen Eltern für rund 80 Euro beschenkt. Ganz oben auf der Wunschliste standen wieder einmal teure Elektronikgeräte wie ein neues Handy und ein eigener PC (siehe Wunschzettel im Wohnzimmer), aber Claudia und Thomas schenken ihrem Sohn wohl “nur” ein Spiel für seine Nintendo-DS-Konsole (Top-Seller bei Amazon: Need for Speed Carbon) und Fußballschuhe (vom Marktführer Adidas). Damit wird er auch ziemlich zufrieden sein, denn Markenmode und Computerspiele stehen bei Jungs wie Jan nach wie vor hoch im Kurs. Von seinen Großeltern und sowie Tante und Onkel gibt es außerdem noch etwas Bargeld, insgesamt hat Jan damit 77€ auf dem Gabentisch liegen.
Während Claudia ihrem Thomas die Wünsche von den Augen ablesen kann, ist es für Thomas etwas schwieriger, die Wünsche seiner Liebsten zu erfüllen. Sie weiß einfach nicht, was sie sich zu Weihnachten wünschen soll, weil sie schon alles hat. Da Thomas nicht so recht weiß, womit er seiner Familie eine Freude machen kann, lässt er sich gerne inspirieren. Meistens von Anregungen oder einem Wunschzettel, oft aber auch durch Gespräche mit Freunden. So kommt es auch, dass er Claudia mit dem beliebten Beatles-Album „Love“ zwar eine kleine Freude machen, aber den Nagel nicht genau auf den Kopf treffen wird. Claudia wird ihm aber nicht böse sein, zumal sie wie letztes Jahr vereinbart hatten, nicht allzu viel Geld füreinander ausgeben zu wollen. Mit ihrem Geschenk, der DVD „Pirates of the Caribbean“, die ja der Renner ist, liegt sie trotzdem goldrichtig – und hat an Johnny Depp und Orlando Bloom selbst noch was zu schauen. Auch Jan macht seinen Eltern eine Freude, indem er seinem Vater das Buch „König Schumi – Sein Leben, seine Siege, seine Tränen“ schenkt, das innerhalb einer Woche in die Bestsellerlisten geschossen ist und ihrem gemeinsamen Idol Michael Schuhmacher huldigt. Seine Mutter bekommt von ihm selbstgebackene Kekse, die er in der Schule gemacht hat.
Bald geht’s los.
Zwar werden schon seit Anfang Dezember die ersten Weihnachtsbäume zum Verkauf angeboten. Doch bis Thomas selbst zuschlägt, vergeht noch eine Weile. Erst kurz nach dem dritten Advent wird er sich darum kümmern. Claudia hat zwar immer wieder Sorge, dass die schönen Exemplare dann schon weg sind. Aber andererseits: Wo soll der Baum auch die ganze Zeit rumstehen? Der Baum würde in der gemütlich hergerichteten Wohnung nur stören. Wenn es soweit ist, wird sich Thomas für eine Nordmann-Tanne entscheiden, die gute 1,60 Meter misst und rund 20 Euro kostet. Die Dekoration wird dann wieder hauptsächlich bei Claudia liegen. Wie im Jahr zuvor wird der Baum am 23.12. zusammen mit Jan mit Kugeln und Glasschmuck, sowie einer Lichterkette geschmückt. Letztere hat schon vor einer Weile die traditionellen Kerzen abgelöst, weil sie sicherer und schneller aufzuhängen ist und praktischerweise wiederverwendet werden kann.
Die Festtage im größeren Kreis der Familie.
Weihnachten im Kreise der Familie zu verbringen bedeutet für die Müllers auch, Jans Großeltern zu besuchen. Das geht vor allem auf Claudias Initiative zurück. So werden an den beiden Feiertagen erst Claudias und dann Thomas Eltern besucht. Heiligabend selbst verbringen die Müllers zu dritt im weihnachtlichen Wohnzimmer. Gesungen wird dabei nicht, dafür stehen vormittags Filmklassiker wie z.B. „Kevin alleine in New York“ hoch im Kurs. Am Nachmittag gehen die Müllers in den weihnachtlichen Gottesdienst. Dabei ist es weniger die religiöse Verbundenheit als die Pflege einer schönen Tradition, die sie in die Kirche treibt. Abends wird es ganz unspektakuläre Hausmannskost geben: Mit Kartoffelsalat und Würstchen waren Claudias Männer im letzten Jahr total zufrieden – und aufwendige Kost wartet sowieso bei den Großeltern auf sie. Die Stimmung wird dabei gemütlich und friedlich sein, streiten an Weihnachten will doch keiner.
Quellen: Chrismon 2006, Focus 12/06, www.kerzenguete.com, Fachverband deutscher Floristen, www.gesundheit.de, Deloitte, W&V CIA Studie, W&V Kids VA2006, http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/nachrichten/umfrage-weihnachten/80701.asp, Spiegel Online, Hamburger Gartencenter und Baumschulen, Hauptverband der deutschen Holzindustrie, Käthe Wohlfahrt 12/04.
Wie die WM das Leben der Müllers verändert hat.
03. Aug. 2006 von Toan Nguyen
Ein Land im Aufnahmezustand.
Dass die Weltmeisterschaft den Deutschen und dem Rest der Welt ein unvergessenes Erlebnis beschert hat, wird dieser Tage immer häufiger festgestellt. An allen Ecken und Enden werden WM-Bilanzen gezogen: Die Behörden ziehen Sicherheitsfazits, der Einzelhandel berichtet über seine Verkaufsschlager sowie Ladenhüter, und das Fernsehen präsentiert seine Einschaltquoten.

Entscheidender scheint aber uns die Frage: Wie haben die meisten Deutschen und unsere Müllers die WM erlebt?
Aus einer sicheren Abwehr heraus in den Rausch gespielt.
Ein bisschen Sorgen gemacht hatte sich Claudia Müller schon. Während ihre beiden „Jungs“, Thomas und Jan, schon Wochen vor Turnierbeginn dem Eröffnungsspiel entgegenfieberten und zuhause den WM-Spielplan anbrachten, begegnete sie dem Spektakel mit gemischten Gefühlen. Zu oft hatten die Medien über potentielle Gefahrenherde berichtet: Die Nachrichten von osteuropäischen Hooligans und Fußballstadien als potentielle Terrorziele bereiteten ihr ziemliche Sorgen. Um auf Nummer sicher zu gehen, wollte sie zumindest auf öffentliche Verkehrsmittel verzichten und auch ihren Sohn darum bitten.
Allerdings mochte sie sich auch nicht die Lust auf das Großereignis nehmen lassen: Schließlich würde die Welt zu Gast in Deutschland sein – so was erlebt man ja nicht alle Tage. Tickets bestellt haben die Müllers jedoch nicht – das war bei den gepfefferten Preisen einfach nicht drin. Neben dem Spielplan wurde lediglich noch das Panini-Heft gekauft, mit dem man sich schon einmal mit den ganzen Teams beschäftigen konnte. Das Heft weckte bei Thomas vor allem Erinnerungen an die WM 1990, die er so innig verfolgt hatte. Insofern hatte Jan des Papas ganze Unterstützung, wenn es darum ging, das Heft voll zu bekommen.
Jetzt geht’s los!
Als dann der Ball das erste Mal rollte und Deutschland wenig später das erste Spiel gewonnen hatte, waren Claudias Zweifel verflogen. Mit dem Tippspiel in der Firma, bei dem sie erst gar nicht mitmachen wollte, kam dann auch sie richtig in Stimmung. Plötzlich war der Fußball das Thema Nummer eins – nicht mehr bloß für die Jungs. Die tolle Stimmung, die plötzlich das Land erfasste, begeisterte auch die Müllers: Bereits zum zweiten Deutschland-Spiel luden sie ein paar Freunde ein und veranstalteten eine kleine WM-Party.

Toll fanden die Müllers vor allem, wie die Bevölkerung plötzlich mit den nationalen Symbolen umging: Überall Fähnchen an Autos und Flaggen an den Balkonen – das war schon super. Eine eigene Fahne kauften sie sich trotzdem nicht – die waren schließlich ganz schön teuer, außerdem muss man ja auch nicht alles mitmachen. Jan sah das anders: Er hatte sich schon zum allerersten Spiel sein Podolski-Trikot angezogen und eine Deutschland-Flagge ins Gesicht malen lassen.
Oh, wie ist das schön…
Nach ein paar Spieltagen hatte die WM auch den Alltag der Müllers fest im Griff. Natürlich durften Thomas und Claudia die Arbeit und den Haushalt nicht vernachlässigen, aber nach Feierabend hieß es: Ab an den Fernseher. Zum Glück gab es während der vier Wochen neue Öffnungszeiten, sonst wäre es manchmal richtig eng geworden mit dem Einkaufen. Jan schaute meist schon die Nachmittags-Spiele und durfte dafür sogar vor dem Fernseher Mittag essen. Auch wenn es nebenbei genug zu tun gab, erwischte sich Claudia immer öfter dabei, selber mitzugucken. Nach und nach stellten die Müllers den ganzen Tagesablauf auf die WM ein. Selbst die Institution Abendbrot fiel König Fußball zum Opfer: Da wurde entweder auf die Schnelle zwischen den Spielen gegessen – oder gar vor dem Fernseher. Und wenn man die Spiele nicht alle gucken konnte – wie Thomas, dessen Chef leider keinen Beamer aufgestellt hatte, wie von der Belegschaft erhofft – dann schaltete man eben das Radio ein. So war Thomas immer schon bestens informiert, wenn er sich auf den Heimweg machte, um mit Claudia und Jan die Abend-Spiele zu gucken. Am besten gefiel allen dreien die Moderation von Jürgen Klopp. Der war locker drauf und hatte außerdem richtig Ahnung von Fußball, wie Jan fand. Insgesamt verbrachten die Müllers viel mehr Zeit vor dem Fernseher als sonst – allerdings meist alle zusammen, was Claudia besonders freute.
Auch wenn sich Claudia alle Mühe gab, trotz der WM keine Unordnung aufkommen zu lassen – das gemeinsame Wohnzimmer sah trotzdem immer ein wenig nach WM aus:

Der Spielplan griffbereit, das Panini-Heft auf dem Couchtisch und die übrig geblieben Chips-Tüten vom Vorabend warteten schon auf die die nächste Partie. Außerdem hielt es Jan irgendwie für nötig, sein Deutschland-Trikot immer parat zu haben, obwohl Claudia es schon mehrfach weggeräumt hatte. Thomas hätte am liebsten auch den Bierkasten direkt ans Sofa gestellt – das war seiner Frau dann aber doch zuviel. WM hin oder her: Ordnung muss sein.
… so was hat man lange nicht gesehen.
Zusammen etwas draußen unternommen hatten die Müllers schon lange nicht mehr. Jan hatte irgendwie nicht mehr so richtig Lust, was mit seinen Eltern zu unternehmen und Thomas und Claudia … irgendwie fehlt ihnen doch immer die Zeit dafür. Aber jetzt zur WM war alles ein bisschen anders: Weil auch ihre Freunde voll im Fußballfieber waren, gingen die Müllers mindestens einmal die Woche aus, um im Garten von Freunden zusammen ein Spiel zu gucken und dabei zu grillen. Dort war immer richtig was los: Es gab ordentlich Bier und Chips und der Garten wurde mit Deutschland-Fahnen und Girlanden geschmückt. Vor den Deutschland-Spielen wurde sogar kollektiv aufgestanden und die Hymne gesungen – ziemlich schief zwar, aber es war doch ein tolles Gefühl. Die Jungs warfen sich vorher noch in ihre Trikots (Thomas hatte ein altes Klinsmann-Trikot von seinem Arbeitskollegen bekommen) und Claudia bereitete immer eine kleine WM-Leckerei vor: Für das Spiel Deutschland gegen Schweden gab es eine richtige Fußball-Torte mit Toren und den Flaggen der Mannschaften drauf.
Steht auf, wenn Ihr…
Nachdem seine Freunde ihm schon ein paar Mal davon erzählt hatten, wollte Jan nach der Vorrunde auch endlich mal ein Spiel beim „Public Viewing“ am Roncalli-Platz nahe dem Dom gucken. Claudia war immer noch ein wenig skeptisch – schließlich sind dort so viele Betrunkene – deshalb ging Thomas auch mit. Auf dem Weg zum Spiel hatten sich beide noch schnell das Deutschland-Tattoo der BILD- Zeitung auf den Arm geklebt und in Jan Panini-Heft noch mal die Spieler des Gegners zusammen angeguckt. Nachher waren beide ganz begeistert: Alle hatten gemeinsam gesungen und Arm-in-Arm gebangt, als es gegen Argentinien ins Elfmeterschießen ging. Wer hätte gedacht, dass man mal so entspannt für Deutschland fiebern könnte. Eine tolle Sache! Auf dem Weg nach Hause konnte Thomas nicht anders und besorgte Claudia eine Deutschland-Girlande, die sie beim nächsten Spiel tragen konnte.
Die Welt zu Gast bei Freunden. Natürlich merkten auch die Müllers, wie viele ausländische Gäste nach Deutschland gereist waren. Aber so richtig Kontakt hatten sie mit denen nur einmal: Als Jan zusammen mit seinem Vater unterwegs war, trafen sie am Dom einen italienischen Fan. Nach einer kurzen Unterhaltung, die etwas schwierig war, weil keiner richtig gut Englisch konnte, kamen sie jedoch auf ihre Panini-Hefte zu sprechen: Jan hatte wie immer ein paar lose Bilder dabei und so tauschten die beiden fleißig. Bestimmt eine tolle Erfahrung für den Sohn, dachte sich Thomas.
Auf geht’s, Deutschland…
Die WM-Bilanz der Müllers fällt eindeutig aus: Ein tolles Erlebnis, dass man auf keinen Fall vergessen wird. Thomas und Claudia glauben jedenfalls, dass die WM für ganz Deutschland ein Riesenerfolg war. Alle Deutschen schienen irgendwie zusammengerückt zu sein und hätten endlich ein unverkrampfteres Verhältnis zu sich selbst entwickelt. Auch wenn die Müllers selbst auf eine Fahne verzichtet hatten – der Gesamteindruck von all dem Schwarz-Rot-Gold war einfach umwerfend. Die Müllers sind schon immer stolz auf Deutschland gewesen und waren deshalb froh, das auch mal zeigen zu können. Allerdings glauben sie auch, dass diese Stimmung nach der WM schnell verfliegen werde. Schade eigentlich. Dennoch: als Gastgeber hat Deutschland viele Punkte sammeln können, glaubt Thomas. Alles sei sicher und gut organisiert gewesen und die Feier-Stimmung war viel besser als bei den letzten Turnieren. Nicht umsonst schreiben die Zeitungen von „der besten WM aller Zeiten“. Heute, einige Wochen nach der WM, ist die WM bei den Müllers jedoch nur noch selten Thema: Bei ihrem jährlichen Urlaub auf Usedom standen bereits die Sorgen des Alltags wieder im Mittelpunkt. Auch wenn sie dort endlich mal ausspannen konnten, drehen sich die Gedanken schon wieder um Jans nächstes Schuljahr… und auch die leidigen Finanzsorgen sind wieder da. Dennoch: das Interesse an Fußball ist stärker denn je. Jan wird auch weiterhin seinem Verein FC Köln die Daumen drücken, auch wenn sein großes Vorbild Podolski jetzt beim allmächtigen FC Bayern kickt. Auch Thomas ist weiterhin im Fußball-Fieber und hatte kurzzeitig sogar überlegt, sich einen Pay-TV-Zugang anzulegen. Das ist ihm aber doch zu teuer. Stattdessen will er lieber öfter mal bei Freunden oder in der Kneipe gucken. Vielleicht kommt ja auch Claudia mal mit? Die hat schließlich auch ihr Interesse an dem Sport entdeckt. Da bald auch die Qualifikationsspiele für die EM anstehen, planen die Müllers auf jeden Fall, das eine oder andere Spiel zuhause zu zelebrieren. Oder wie wär’s mit gemeinsamen Tatort-Abenden; das gemeinsame Fernsehen hat schließlich richtig Spaß gemacht. Die Fußballabende finden natürlich im Wohnzimmer statt, das sich als Heimspielstätte bewährt hat. Und die wesentlichen Utensilien hat man dort auch immer parat. Die Girlande ist im Schrank verstaut, zusammen mit den anderen Reliquien der WM-Wochen: Der Spielplan, den man nicht wegschmeisst, weil er so viele Erinnerungen birgt; das Paniniheft, das Jan in Papier eingeschlagen und stets griffbereit hat und das Deutschland-Trikot, das Thomas seinem Kumpel erstmal nicht zurückgeben braucht.
Die WM bei den Müllers: Nicht spektakulär, aber doch besonders.
Die häufigste Familie Deutschlands hat sich fantastisch amüsiert, hat gefeiert und getrauert – und kehrt nun zum Alltag zurück, mit all seinen Nöten und Pflichten. Aber sie haben auch eine Menge mitgenommen: Erinnerungen, Souvenirs, Lehren.
Quellen: GfK-Studie “WM heizt Kauflust an”; Haus+Garten-Studie “Fußball-Fernseh-Fieber”; Postbank-Studie “Einstellungen der Frauen zur FIFA WM 2006″; Studien zur WM der Uni Hohenheim; AIESEC-Studie “Gastfreundlichkeit”; Handelsblatt.com; Die Welt; Leipziger Volkszeitung; ZEITWissen.
Jan wird 13!
15. Jul. 2006 von Toan Nguyen
Am 15. Juli 2006 wird Jan 13 Jahre alt. Da der Geburtstag auf einen Samstag fällt und die Wetteraussichten für das Wochenende super sind, wird er, wenn nichts schief geht, mit einigen Freunden (die noch nicht im Urlaub sind) und seinem Vater ins Freibad gehen und danach noch ins Kino. Eine Feier im Wohnzimmer findet also nicht statt.
Jans Wunschzettel:
Elektronik und Fußball!
Jans größter Wunsch ist ein neues Handy, nachdem sein jetziges nicht mehr up-to-date ist. Dabei bevorzugt er wie die meisten Gleichaltrigen ein Markenmodell, welches die aktuell angesagten Features wie Kamera etc mitbringt. Favorit ist und bleibt die Marke Nokia. Super wäre natürlich ein Spitzenmodell wie das Nokia N91, das Musik, Kamera und Internet bietet. Dass das natürlich viel zu teuer ist, weiß Jan aber selber. Toll wäre auch ein eigener PC, den sich wie Jan fast die Hälfte aller Jugendlichen wünscht. Dann könnte er Computer spielen, wann und solange er will. Aber auch hier glaubt er nicht wirklich daran, dass seine Eltern das Portemonnaie so weit aufmachen. Also wünscht sich Jan lieber ein neues Spiel für seinen Nintendo. Mitten im WM-Fieber gibt es natürlich keine Alternative zum neuen Fussball-Kracher Fifa 2006 – nicht zuletzt weil Jans Lieblingsspieler Lukas Podolski sein Gesicht dafür hergegeben hat. Mit Fifa 2006 könnte er nun die WM noch einmal nachspielen und sich Torjägerkrone und Titel holen. Apropos WM und Podolski. Ein absolutes Muss ist natürlich ein Trikot der Deutschen Nationalmannschaft mit der Rückennummer 20!
Und was bekommt Jan nun zum Geburtstag?
Jans Wunschzettel ist nicht von schlechten Eltern: wie bei den meisten Jugendlichen sind es teure und aufwendige Sachen, die sich Jan wünscht. Gerne würden ihm Thomas und Claudia mehr als letztes Jahr schenken. Allerdings setzt sich auch bei den Müllers der Spar-Trend fort: die Haushaltskasse gibt einfach nicht mehr her. Aber ein paar schöne Sachen bekommt er dann doch: Weil auch Claudia und Thomas im Fußball-Fieber und große Fans der deutsche Mannschaft sind, schenken sie ihrem Sohn das Poldi-Trikot und außerdem das Spiel für den Nintendo. Daneben bekommt er noch ein wenig Kleinkram wie z.B. Süßigkeiten. Anders als Jan halten sie ein neues Handy jedoch für total übertrieben – schließlich gibt es jetzt schon hin und wieder Ärger wegen der Prepaid-Kosten durch die vielen SMS, die Jan schreibt. Wie letztes Jahr sagen sie Oma & Opa, dass sie Jan Geld schenken sollen. Dann kann er sich einen weiteren Wunsch einfach selbst erfüllen. Laut Statistik wird Jan von seinen Großeltern und anderen Verwandten rund 86 Euro bekommen.

Quellen: Studie “Bravo Jugend Faktor”; KidsVA 2005; Playboy.de; KinderCampus.de
Die Müllers im Urlaub.
03. Jul. 2006 von Toan Nguyen
Auch in 2006 steht für die Müllers wieder eine Reise nach Usedom in die Stadt Bansin an. Nicht nur, weil es ihnen letztes Jahr so gut dort gefallen hat, sondern auch weil sie sich nun auch ein wenig besser in dem Ort auskennen. So können sie ihre Planungen einfacher umsetzen. Im Internet fanden sie eine tolle Ferienwohnung relativ nah am Strand, die ihnen schon letztes Jahr aufgefallen war.
So haben sie über www.ufer-boehm.de/schloonvillen.html die Unterkunft selbst gebucht und werden dann wieder mit dem Auto anreisen. Die Kosten sind akzeptabel: für die elf Tage bezahlen die Müllers 825€. Dafür ist aber auch viel Platz vorhanden, um sich mal aus dem Weg gehen zu können.
Dass der Urlaub in Deutschland auch nicht billiger als in den sonnigen Nachbarländern Spanien und Italien ist, stört sie nicht weiter, denn für die schönste Zeit im Jahr – dem Urlaub – gilt das Motto „geiz ist geil“ nicht.
Natürlich müssen sie auch schauen, wo das Geld bleibt, aber da sie in einer Ferienwohnung wohnen werden, halten sich die Nebenkosten in Grenzen. Natürlich werden sie mal schick essen gehen, doch zumeist wird in der Küche gemeinsam gekocht.
Sie freuen sich jetzt schon auf die schöne Zeit, würden aber evtl. auch noch einen kurzen Stadturlaub im Januar machen. Da Jan am 9.8.06 wieder die Schule besuchen wird, haben die Müllers den Urlaub vom 28.7.2006 – 7.8.2006 geplant.

Quelle: ADAC Reisemonitor 2009







